Zufriedene Mitarbeiter durch Lean (Abschluss): Lean als Beitrag zur Prävention von Stress und Burnout

Immer schneller, immer weiter, immer mehr: die Anforderungen in der Arbeitswelt steigen unaufhörlich. Stress und Belastung nehmen zu sowie die Anzahl psychischer Erkrankungen. Geschätzt über 3 Mrd. Euro Kosten entstehen jährlich nur durch den damit verbundenen Arbeitsausfall.  Dabei entsteht Burnout nicht allein durch  ein hohes Arbeitspensums – man denke beispielsweise an Künstler, Wissenschaftler oder andere Kreative, die zum Teil sehr vielarbeiten, ohne das als Stress zu empfinden.

Die Faktoren, die zur Arbeitszufriedenheit und damit zur Prävention psychischer Erkrankungen beitragen, sind relativ bekannt. Man möchte seine eigenen Fähigkeiten einsetzen und weiterentwickeln, ebenso wichtig sind Lob, Anerkennung und Erfolgserlebnisse. Wie wichtig die Anerkennung ist, hat die Bertelsmann Stiftung gezeigt: beispielsweise sinkt das Burnout-Risiko erheblich, sobald Führungskräfte ihre Mitarbeiter bei der Arbeit sozial unterstützen. Wichtig für die Zufriedenheit am Arbeitsplatz ist auch ein gutes Betriebsklima sowie die Möglichkeit, Einfluss zu nehmen auf die eigene Arbeit und das Arbeitsumfeld. Auslöser für Stress und Überforderung demgegenüber sind ständige Störungen und Unterbrechungen, fehlende Auszeiten und sinnlose Arbeitsinhalte.

Inwieweit kann LEAN MANAGEMENT hier etwas bewirken? In langjähriger Umsetzungspraxis hat sich gezeigt, dass mit LEAN nicht nur Wirtschaftlichkeit und Effizienz, sondern gleichzeitig auch  Arbeitszufriedenheit und Motivation der Mitarbeiter gesteigert werden. Auslöser sind die folgenden Grundprinzipien des Lean Management:

  • Werte schaffen ohne Verschwendung –Mitarbeiter werden von sinnlosen Tätigkeiten entlastet. Es wird nur das produziert, was gebraucht wird und sinnvoll ist. Sinnvoll empfundene Arbeit und Erfolgserlebnisse sind das Resultat.
  • Mitarbeiter werden ihren Tätigkeiten entsprechend eingesetzt und weder unter- noch überfordert. Das Lean Tool, das hier zum Einsatz kommt, ist die Tätigkeits-strukturanalyse (TSA).
  • Durch stabile Prozesse und standardisierte Arbeitsumgebungen werden Rückfragen und Störungen drastisch reduziert  und die Mitarbeiter können sich auf ihre Aufgaben konzentrieren. Eventuell entsteht dadurch sogar die Chance, im Flow zu arbeiten, ein wichtiges Glücksmoment.
  • Mit Lean Management gestalten und optimieren die Mitarbeiter ihre eigenen Prozesse und erhalten dadurch Einfluss und Gestaltungsmöglichkeiten auf ihr Arbeitsumfeld.
  • Die Führungskräfte unterstützen, coachen ihre Mitarbeiter, und  leiten sie zum selbständigen Handeln an.
  • Alle Verbesserungen finden im Team statt, die Kollegen erhalten Einblicke in die Arbeit ihrer Kollegen. Es entsteht so ein angenehmes und kooperatives Arbeitsklima.

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Wie man sieht, kann Lean Management tatsächlich ein Schlüssel zur Mitarbeiterzufriedenheit und Prävention von Stress und Burnout sein. Tatsächlich profitiert  nicht nur das Unternehmen, sondern genauso die Mitarbeiter.  Dennoch fällt es vielen Unternehmen schwer, Lean Management langfristig und nachhaltig umzusetzen.  Das liegt daran, dass Lean Management immer mit Aufwand verbunden ist und einiges an Überzeugungskraft erfordert. Die Potentiale des Lean Management werden auch nur ganz ausgeschöpft, wenn es zu einem Kulturwandel kommt und Lean ganzheitlich im Unternehmen verankert wird. Das Problem heutzutage in vielen Unternehmen ist die fehlende Kontinuität als Voraussetzung für diesen Kulturwandel. Häufige Wechsel an der Führungsspitze, Reorganisationen und Fusionen und vieles mehr erschweren einen langfristigen Kulturwandel. Unbestritten ist aber auch, dass angesichts des immer stärkeren Wettbewerbs  einerseits und der bevorstehenden Personalknappheit auf der anderen Seite das Lean Management ein optimaler Weg ist, um diesen Herausforderungen zu begegnen.

 

 

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