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Die Arten der Verschwendung (3): Bewegung

Bewegung

Natürlich  ist Bewegung an sich keine Verschwendung, wenn  aber Arbeitsprozesse  unterbrochen oder verzögert werden, zählt das auch zu den Verschwendungsarten. Wie oft erlebt man in Büros, dass lange Wege gemacht werden müssen bis zu den Kollegen, die sogar noch an dem gleichen Projekt arbeiten.  Es gibt inzwischen auch schon Unternehmen, in denen Besprechungen grundsätzlich erst 10 Minuten nach der vollen Stunde terminiert werden, weil ansonsten die Kollegen mit  aufeinander folgenden Meetings keine Chance haben, pünktlich zu sein. Ursache für diese Verschwendungsart ist, dass bei der Bauplanung nicht die künftigen Prozesse mitberücksichtigt werden. Ein besonders eklatantes Beispiel findet sich im Klinikum in Aachen: Dort war  der Hubschrauberlandeplatz mehrere hundert Meter von der Patientenaufnahme entfernt, ein Weg, der nur zu Fuß zurückgelegt werden kann und ca. 8 Minuten dauerte. Im Notfall ist das ein Zeitraum, der lebensentscheidend sein kann.  Inzwischen hat man in Aachen nachgebessert und n eine Hubschrauberrampe errichtet um diese Wegezeit zu verkürzen. Die Kosten lagen im 2-stelligen Millionenbereich.

 

Die Arten der Verschwendung (1): Überproduktion oder Blindleistung

Überproduktion(3)

Logischerweise betrachten wir es als Verschwendung, Dinge zu produzieren, die nicht benötigt werden – ein bekanntes Beispiel hierfür ist der EU – Butterberg. Wie sieht es aber in den indirekten Bereichen aus? Die Überproduktion fällt nicht ins Auge und verstopft keine Lagerkapazitäten – aber das Prinzip ist identisch: (Dienst) – Leistungen werden erbracht, für die es keine Abnehmer gibt. Klassischer Fall ist in vielen Unternehmen das Reporting oder Teile davon: Vielleicht gab es mal einen Manager, der spezielle Auswertungen haben wollte. Inzwischen ist der Manager längst nicht mehr im Unternehmen – die Auswertungen werden aber immer noch gemacht. Einen anderen Fall erlebte ich kürzlich  in einer Wäscherei: Dort wurden sämtliche Liefertouren der Fahrer ausgedruckt und archiviert. Erst im Rahmen einer Wertstromaufnahme entdeckte man, dass diese Papierausdrucke von niemandem verwendet wurden, weil alles elektronisch vorhanden war. (In diesem Fall stand übrigens der Geschäftsführer noch während des Meetings auf uns sorgte für die Entsorgung der archivierten Ausdrucke).

Eine andere Art der Blindleistung ist die Übererfüllung. Das kann beispielsweise eine Angebotsanfrage sein. Der Kunde möchte vielleicht nur einen ungefähren Preis und Liefertermin eines  Produktes, er enthält aber ausführliche technische Zeichnungen und Berechnungen, oft gesehen im Engineering im Maschinen – und Anlagenbau.

Dieser Verschwendungsart kommt man am einfachsten mit der Frage nach dem Abnehmer einer Leistung auf die Spur.  Für wen führt man die Tätigkeit aus und was wird wirklich erwartet? Im Zweifelfall sollte man das direkt mit dem Abnehmer der Leistung oder auch dem ‘Prozesskunden’ klären. Oft kann bereits durch diese Analyse das Aufgabengebiet erheblich entrümpelt werden und es entstehen Freiräume für weitere Lean Aktvititäten.